Eingehend haben wir die chinesische „Belt and Road Initiative“ (BRI) vorgestellt – von der Ankündigung im Oktober 2013, der Wandel zur grünen und nachhaltigen Entwicklung in 2019, bis hin zu aktuellen Projekten. Danach konnten wir euch einen Überblick über die aufgewendeten Gelder des Projektes geben, die 1.3 Billionen die schon angewendet wurden, so wie die Verteilung der Gelder die zu 40% in Investments und zu 60% in Konstruktion aufgeteilt werden können. Wir haben das Projekt kritisch im Sinne der Interdependenztheorie nach Keohane und Nye eingeordnet und beschrieben wie die wirtschaftlich und politische Verbindung, die BRI Staaten, näher an China bindet so auch wie dieses handeln in China’s geopolitische Strategie als “Held der dritten Welt” spielt.
Anschließend stellten wir ein Fallbeispiel, den Bau einer Smartphone Manufaktur in Algerien, vor. Der Bau erfolgte im Rahmen der Digital Silk Road, einem Zweig der Belt and Road Initiative, und wurde durch das chinesische Unternehmen Huawei umgesetzt. Das Projekt illustriert Stärken der BRI, dazu gehören z.B. die schnelle Umsetzung von Bauprojekten sowie das Eingehen auf individuelle Bedürfnisse und Entwicklungsziele des Partnerlandes. Gleichzeitig kommen als Problematiken u.a. ein nur eingeschränkter Wissenstransfer an die lokale Bevölkerung, ein nur begrenzter Wertzuwachs der produzierten Smartphones durch den Import von fertigen Kits aus China und der Mangel an Transparenz zum Vorschein.
Die intensive Recherche und insbesondere der Austausch über die Ergebnisse waren sehr bereichernd für uns. Zu der BRI gibt es eine breite Landschaft an verschiedenen Quellen, die sich in der Beurteilung des Projektes je nach politischem Einfluss extrem unterscheiden. So sehen viele westliche Quellen Chinas globales Engagement tendenziell sehr kritisch und legen häufig einen Fokus auf mögliche Risiken. Andere Quellen sehen die BRI als eine große Chance für globale Vernetzung und Entwicklung. In der gemeinsamen Vorbereitung des Vortrags haben wir verschiedene Standpunkte zur BRI diskutiert, um einen möglichst breiten Überblick bieten zu können.
Danach haben wir euch die europäische Strategie „Global Gateway“ präsentiert. Auch hier haben wir euch zunächst die Rahmenbedingungen vorgestellt und dann detaillierter die Finanzierung sowie Kritiken an Vorhaben illustriert. Anschließend stellten wir euch den „EU-Africa-India Digital Corridor“ und das „Blue-Raman-Kabel“ vor, beides Projekte des „Global Gateway“. Dabei handelt es sich um ein neues Internetkabel von Indien nach Italien/Frankreich, das nicht nur den Datenaustausch für wissenschaftliche Einrichtungen ermöglicht, sondern auch das Spionagerisiko senkt. Ein weiterer wichtiger Vorteil: Es umgeht den Suezkanal. Dieser stellt für die Internetkommunikation zwischen Europa und Asien einen Engpass dar, da fast 90% des Datenverkehrs dort durchlaufen und anfällig für Schäden und Sabotage sind. Das „Blue Raman Kabel“ vermeidet diesen Engpass, indem es kurzzeitig an Land verlegt und dann wieder unter Wasser geführt wird.
Und so sind wir alle gespannt, wie sich der globale Ausbau und die daraus entstehende Konkurrenz in den nächsten Jahren entwickeln wird. Eines ist klar: Mit dem umfangreichen Aus von US-amerikanischen Förderungen (wie USAID) rückt der geopolitische Fokus zunehmend auf Europa und China.
